Das ABC der Absturzsicherung

In Europa ereignet sich durchschnittlich jede Minute ein Unfall durch einen Sturz. Seien Sie also beim Arbeiten in der Höhe oder Tiefe, z. B. auf einem Dach, auf einem Gerüst oder in einem Brunnen, vorsichtig und verwenden Sie immer eine Absturzsicherungsausrüstung.


Absturzsicherungsausrüstung wird als "PSA der Kategorie III – Ausrüstung gegen tödliche oder schwerwiegende und irreparable Gefahren" eingestuft. Absturzsicherungsausrüstung wird verwendet, um:

  • Stürze zu eliminieren,
  • Stürze zu verhindern und
  • Personen abzulassen oder hochzuziehen – zum Beispiel in Silos oder Brunnen.

Absturzsicherungsausrüstung ist zu verwenden, wenn Sie Ihre Arbeit andernfalls nicht ordnungsgemäß unter Gewährleistung der allgemeinen Sicherheit planen und ausführen können, z. B. bei Geländern, Gerüsten oder Personenaufzügen.


Eine Absturzsicherung besteht aus drei Komponenten

Ein Absturzsicherungssystem besteht aus einer Anschlageinrichtung (Anchorage), einem Auffanggurt (Body) und einem Verbindungsmittel (Connection device). Ihr Absturzsicherungssystem funktioniert nicht, wenn eine der Komponenten fehlt. 

  • Anschlageinrichtung (Anchorage)
  • Auffanggurt (Body)
  • Verbindungsmittel (Connection device)

Die Buchstabenfolge ABC (Anchorage (Anschlageinrichtung), Body (Auffanggurt), Connection device (Verbindungsmittel)) hilft Ihnen schnell, sich an die Komponenten zu erinnern.


A) Anschlageinrichtung (Anchorage) der Absturzsicherung

Die Anschlageinrichtung dient als Anschlagpunkt für das Verbindungsmittel. Sie muss einen sicheren Halt bieten und in der Lage sein, einer Zugkraft von mindestens 1.200 kg (12 kN) standzuhalten. Bestehende Anschlageinrichtungen können beispielsweise an einem I-Träger, einem Gebäudegerüst oder einem anderen festen/strukturellen Punkt gefunden werden. Dauerhafte Anschlageinrichtungen können beispielsweise Ankerösen, horizontale Drahtseilsysteme oder horizontale Schienensysteme sein. 
Temporäre Anschlageinrichtungen können beispielsweise eine Anschlagschlaufe aus Gurtband/Draht usw. sein.
Die Anschlageinrichtung muss so weit wie möglich vertikal über dem Anwender positioniert sein und es muss gewährleistet sein, dass sich der Anwender max. bis zu einem Winkel von 30 Grad von der Anschlageinrichtung wegbewegen kann. Andernfalls besteht ein hohes Risiko von Pendelbewegungen, die große Schäden verursachen können.


B) Auffanggurt (Body Wear/Harness) der Absturzsicherung

Der Auffanggurt dient zum Halten und sicheren Auffangen des Anwenders vor, während und nach einem Absturz. Es gibt viele Auffanggurtmodelle und es ist wichtig, dass der Auffanggurt richtig an den Träger angepasst ist.


C) Verbindungsmittel (Connection device) der Absturzsicherung

Verbindungsmittel dienen als Verbindungselement zwischen dem Auffanggurt und der Anschlageinrichtung und sind in verschiedenen Varianten erhältlich:

  • Falldämpferleine: max. 2 Meter mit Falldämpfung.
  • Höhensicherungsgerät: mit selbsteinziehendem Seil und integriertem Falldämpfer.
  • Halteseil: Ein Absturzsicherungssystem, das es den Anwendern erlaubt, in gefährlichen Bereichen zu arbeiten, sie aber im Falle eines Absturzes auffängt (mit Falldämpfer).
  • Führungsleine: Ein System, das den Anwender trägt und gleichzeitig verhindert, dass der Anwender einen gefährlichen Bereich erreicht (kein Auffanggerät/Falldämpfer).